Alles hofft auf einen Investor

| Seit einigen Tagen wird bei Mifa in Sangerhausen wieder produziert. Auf einer Betriebsversammlung machte der neue Mifa-Vorstand Thomas Mayer den Mitarbeitern Mut. Das Unternehmen hatte vergangene Woche Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Entspannte Gesichter bei vielen Mitarbeitern der Mifa am Montagmittag. Auf einer gut einstündigen, nicht öffentlichen Betriebsversammlung, auf der sich auch der neue Mifa-Vorstand Thomas Mayer vorstellte, ist den Beschäftigten Mut gemacht worden. „Wir setzen darauf, dass ein Investor gefunden wird und der Betrieb wirklich über den 1. Dezember hinaus weiter geht“, sagte ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen wollte. Er selbst sei optimistisch, zumal die Auftragslage des börsennotierten Fahrradbauers für das kommende Jahr gut sei.

Der Traditionshersteller hatte vergangene Woche Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, nachdem ein Einstieg des indischen Herstellers Hero Cycles geplatzt war. Das Amtsgericht Halle hat den Sanierungsexperten Lucas Flöther zu vorläufigen Sachwalter eingesetzt. Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet, dass der Vorstand weiterhin das operative Geschäft führt, der Sachwalter aber das letzte Wort bei den Finanzen hat. Die Gehälter der etwa 600 Beschäftigten sind erstmal bis zum 1. Dezember über die Arbeitsagentur gesichert. Anstelle des noch ausstehenden Lohnes für September werde ebenfalls das Insolvenzgeld an die Mitarbeiter gezahlt.

Auch die Industriegewerkschaft Metall (IG) setzt darauf, dass die Mifa überlebt. Sebastian Fritz, Mitarbeiter der IG Metall Halle-Desssau, der den Betriebsrat der Mifa betreut, sagte: „Eine Insolvenz muss nicht das Ende sein. Die Mannschaft des Fahrradbauers ist hochmotiviert weiterzumachen. Das hat sich auch auf der Betriebsversammlung gezeigt. Es kommt nun darauf an, was an Sanierungsplänen vorgelegt wird.“ Seit einigen Tagen läuft in der Mifa auch die Produktion wieder.