Bioenergie-Unternehmen EnD-I AG soll saniert werden

| Der Geschäftsbetrieb des Bioenergie-Unternehmens EnD-I AG sowie aller betroffenen Konzerngesellschaften geht nach den Insolvenzanträgen ohne Einschränkungen weiter. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing will das Unternehmen fortführen und sanieren.

„Die Insolvenzanträge haben keinen Einfluss auf das laufende Geschäft“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Flöther. „Alle Energieanlagen produzieren ohne Unterbrechung weiter.“ Flöther hat sich unmittelbar nach seiner Bestellung als vorläufiger Insolvenzverwalter an den Sitz des Unternehmens in Halle (Saale) begeben und macht sich zurzeit ein Bild von der Lage. Unter anderem hat er bereits intensive Gespräche mit dem Vorstand der EnD-I AG, leitenden Mitarbeitern sowie beteiligten Gläubigern geführt. In Kürze wird der vorläufige Insolvenzverwalter Kontakt zu den Kunden und Hauptauftraggebern der EnD-I AG aufnehmen.

„Die EnD-I Unternehmensgruppe verfügt über zukunftsweisende Technologien und langjährige Erfahrung“, sagte Flöther. „Ich sehe deshalb gute Chancen für eine Sanierung und den Erhalt von Arbeitsplätzen.“ Nach Angaben des Vorstandes ist die Auftragslage der Unternehmensgruppe vielversprechend und das Bestandsgeschäft im In- und Ausland stabil.

Zusammen mit der EnD-I AG haben sechs weitere Konzerngesellschaften Insolvenzen angemeldet: die EnD-I Bioenergy GmbH, Köln, die EnD-I Bioenergy Europe GmbH, Halle, die EnD-I Bioenergy Dorsten GmbH & Co. KG, Köln, die Bioenergy Saelhuysen GmbH & Co. KG, Rheurdt, die EnD-I Bioenergy Zeitz GmbH, Halle, und die EnD-I Bioenergy Schöneicher Plan GmbH, Halle.

Flöther hat bereits die Beschäftigten der EnD-I AG im Rahmen einer Belegschaftsversammlung über den Stand der Dinge informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis Ende Januar 2014 gesichert.

Die EnD-I Unternehmensgruppe ist spezialisiert auf die Gewinnung und Vermarktung erneuerbarer Energien, insbesondere durch Deponie-, Grubengas-, Biogas- und Solartechnik. Zum Geschäftsbetrieb gehören nationale, aber auch einige internationale Projekte, etwa in Rumänien und Ghana. Die EnD-I AG hat im Jahr 2012 rund 16 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet.

Anlass der Insolvenzantragstellung war insbesondere die Situation der Großbioanlage Dorsten. Die Inbetriebnahme der Anlage erfolgte mit fast dreijähriger Verzögerung. Wegen der enormen Investitionskosten ist die betroffene Projektgesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die EnD-I AG muss aufgrund eines Haftungsverbundes für deren Verbindlichkeiten einstehen.