Feinkost-Kette ist gerettet

| Beinahe geräuschlos, von den Kunden nahezu unbemerkt, ist auch das hallesche Feinkost-Geschäft Gourmétage in der Großen Ulrichstraße vor der Pleite gerettet worden. Zum Jahreswechsel haben zwei Mitarbeiter des angeschlagenen Leipziger Feinkosthändler mit Filialen in Leipzig, Halle, Erfurt und Dresden samt Online-Handel übernommen. Die Feinkostkette hatte im August vergangenen Jahres einen Insolvenzantrag gestellt. Der ehemalige Vertriebsleiter und der Einkaufsleiter des Unternehmens hatten sich gemeinsam am Bieterverfahren beteiligt und im Dezember den Zuschlag bekommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Fast alle der 55 Arbeitsplätze konnten gerettet werden.

Die neuen Eigentümer übernehmen auch fast alle der in Halle ausgestellten Gourmétage-Geschenk-Gutscheine, die seit dem Insolvenzantrag aus rechtlichen Gründen nicht eingelöst werden konnten. „Wir haben uns dazu entschlossen, die elektronischen Gutschein-Karten mit Magnetstreifen, die seit Dezember 2012 ausgestellt wurden, einzulösen. Als eine Art vertrauensbildender Maßnahme für unserer Stammkundschaft“, so Gourmétage-Miteigentümer Thomas Köhler. Altere Papier-Gutscheine werden jedoch nicht übernommen. Sie werden mit der Anmeldung beim Insolvenzverwalter der Gourmétage-GmbH zur Gläubigerforderung. Auch in der halleschen Filiale war trotz des laufenden Insolvenzverfahrens der Verkauf hochwertiger Speisen und Lebensmittel, Weine und Spirituosen unverändert weitergegangen. Schon im August war der zum Insolvenzverwalter bestimmte hallesche Insolvenzrechtler Lucas F. Flöther optimistisch gewesen. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann das Unternehmen gerettet werden. Wir streben eine Investorenlösung an.“ Das scheint nun gelungen. In Folge der Insolvenz schlossen nur die unrentablen Filialen im Leipziger Hauptbahnhof und in Berlin.