friedola Gruppe: Geschäftsbetrieb wird fortgeführt

| Das zuständige Amtsgericht Eschwege hat über die Unternehmen der friedola Gruppe – friedola® Gebr. Holzapfel GmbH, Wunderlich Coating GmbH & Co. KG und Derin-Holzapfel GmbH & Co. Grundbesitz und Beteiligungs KG – das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Prof. Dr. Lucas F. Flöther, Partner der bundesweit tätigen Kanzlei Flöther & Wissing, bestellt. Flöther führt den Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fort und strebt eine Investorenlösung an. Um diese zu erreichen, muss jedoch die Zahl der Arbeitsplätze um gut 20 Prozent reduziert werden.

Die friedola Gruppe hatte im Dezember 2015 Insolvenz anmelden müssen. Dennoch war es dem vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther und der Geschäftsleitung gelungen, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Alle Produktionssparten laufen seither wieder stabil. Kunden und Lieferanten halten dem Unternehmen die Treue. „Es gab keine Kündigungen von Aufträgen“, so Flöther. „Alle Parteien verhalten sich sehr konstruktiv und wir erhalten von allen Seiten Unterstützung.“ Flöther hatte im vorläufigen Insolvenzverfahren zudem einen Massekredit mit den Gläubigerbanken aushandeln können. Dies ermöglicht jetzt die Fortführung des Geschäftsbetriebs über die Insolvenzeröffnung hinaus. „Die Bewilligung des Massekredits ist ein positives Zeichen“, betont Flöther. „Die Gläubiger glauben an die Zukunft des Unternehmens.“

Eine nachhaltige Sanierung der friedola Gruppe ist aber nur möglich, wenn die Kapazitäten der Auftragslage angepasst werden. Denn nur wenn das Unternehmen wieder profitabel arbeiten kann, wird ein Investor bereit sein, den Geschäftsbetrieb zu übernehmen und die benötigten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt, dass mit der Insolvenzeröffnung der Insolvenzgeldzeitraum endet. Die Unternehmensgruppe muss dann die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter wieder selbst erwirtschaften. Aus diesen Gründen muss der Personalbestand der friedola Gruppe am Standort Frieda reduziert werden: Etwa 80 der 383 Beschäftigten müssen freigestellt werden. Insolvenzverwalter und Geschäftsleitung verhandeln derzeit mit dem Betriebsrat einen entsprechenden Interessenausgleich und Sozialplan. Dieser sieht auch vor, dass 35 Arbeitnehmer das Angebot erhalten, ab Anfang Februar in eine Transfergesellschaft zu wechseln, um somit Freistellungen zu vermeiden. Dort sollen sie mit gezielten Qualifikationsmaßnahmen unterstützt werden.

„Ich bedauere den Verlust dieser Arbeitsplätze sehr“, betonte Flöther. „Er ist aber nicht zu vermeiden.“ Für die Investorensuche wurde ein strukturierter M&A-Prozess begonnen. Erste Gespräche mit potenziellen Käufern wurden bereits geführt. „friedola ist ein etabliertes Unternehmen mit namhaften Kunden und wettbewerbsfähigem Know-how“, ergänzte Flöther. „Das sind gute Argumente für Investoren.“

friedola® ist fokussiert auf die Eigenfertigung von kunststoffbasierten Interieur- und Exterieur-Ausstattungen sowie Qualitätsprodukten „Made in Germany“. Dies sind insbesondere Heimtextilien mit Tisch- und Bodenbelägen, Garten- und Freizeitartikeln wie Schutzhüllen und lebensmittelechte Tischdecken sowie statische und technische Folien. Auch die Bereiche Wellness und Yoga sind strategische Wachstumsfelder in Märkten die großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legen.

Als Experte in der Kunststoffverarbeitung deckt friedola® die gesamte Wertschöpfungskette von der
Rezepturentwicklung und deren Herstellung über die Produktion und Konfektion bis zum Versand von
zwei Produktionsstandorten in Deutschland ab. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von über 50 Mio Euro.