Insolvenzverwalter stellt Unister-Gruppe neu auf

| Nach der heutigen Insolvenzeröffnung bei einem Großteil der UNISTER-Gesellschaften wird Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther den Geschäftsbetrieb im Unister-Konzern fortführen. Nach Eröffnung der Verfahren endet der Insolvenzgeldzeitraum bei den betroffenen Gesellschaften. Da es Flöther jedoch gelungen ist, diese Unternehmen aus den roten Zahlen herauszuführen, können diese die Lohnkosten wieder aus den laufenden Einnahmen zahlen. Andernfalls hätten die Geschäftsbetriebe eingestellt werden müssen. Flöther setzt nun die Neuaufstellung der Gruppe fort, um die UNISTER-Gruppe auf eine Investorenlösung vorzubereiten. Zudem müssen lediglich 66 statt – wie ursprünglich geplant – 100 Mitarbeiter die Unternehmensgruppe verlassen.

Das Insolvenzgericht Leipzig hat heute das Insolvenzverfahren über die folgenden acht operativ tätigen UNISTER- Gesellschaften eröffnet:

  • UNISTER Travel Betriebsgesellschaft mbH (Muttergesellschaft des Touristikgeschäfts der UNISTER Group; unter ihrem Dach sind u.a. Vermittlungsportale für Pauschalreisen und Flugtickets, etc. angesiedelt)
  • UNISTER GmbH (betreibt unter anderem kleinere Portale wie Auto.de und Partnersuche.de)
  • U-Deals GmbH (bietet zeitlich befristete Angebote von Reisearrangements an)
  • UNISTER Factory GmbH (bündelte gruppeninterne Dienstleistungen wie z.B. Buchhaltung etc.)
  • CS 24 Call Support GmbH (Service Center)
  • Schilling Invest GmbH (Immobilienagentur)
  • HolidayReporter GmbH (Reisevermittlungsportal)
  • Urlaubstours GmbH (einziger Reiseveranstalter der Gruppe; Geschäftsbetrieb bereits bei Insolvenzantrag eingestellt)


Zum Insolvenzverwalter dieser Gesellschaften bestellte das Insolvenzgericht Lucas F. Flöther, der bei diesen Gesellschaften bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden war.

Flöther wird im eröffneten Verfahren die begonnene Neuaufstellung der Unternehmensgruppe fortsetzen. „Im Mittelpunkt steht die Konzentration auf die Sparten Flug und Touristik“, wie Flöther heute betonte. „Hier liegen die Kernkompetenzen der UNISTER-Gruppe, die für Investoren hochattraktiv sind. Entsprechend hoch ist das Interesse potenzieller Käufer.“ Nach wie vor sind sechs Interessenten für das UNISTER-Kerngeschäft im Rennen. Ergänzend sollen die Non-Travel-Bereiche ausgegliedert bzw. einzeln an Investoren übertragen werden. Auch hier gibt es eine ganze Reihe von Interessenten.

„Die operativen UNISTER-Gesellschaften erwirtschaften durch die Neuaufstellung stabile Erträge“, so Flöther. „Dies gibt uns die Zeit, alle noch erforderlichen Restrukturierungsschritte umzusetzen und damit die bestmögliche Investorenlösung zu erreichen – sowohl im Sinne der Unternehmen, als auch im Sinne der Gläubiger.“ Flöther hat außerdem eine umfassende Restrukturierung der unternehmensinternen Prozesse eingeleitet, etwa bei Cash-Pooling, Abrechnung und Buchführung. Hier soll die Gruppe deutlich transparenter, schlanker und leistungsfähiger aufgestellt werden. „Unser Ziel ist kein schnellstmöglicher Verkauf, sondern ein Verkauf zu den bestmöglichen Konditionen“, fügte Flöther hinzu. „Die dafür nötige Zeit haben wir nun.“

Die verbesserte wirtschaftliche Lage führt dazu, dass am heutigen Freitag lediglich 66 statt – wie ursprünglich geplant – 100 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten müssen. Die betroffenen Mitarbeiter wurden bereits vorab persönlich informiert. Zusätzlich hat Flöther am vergangenen Mittwoch die Belegschaft der UNISTER-Gruppe über den Stand und die weiteren Schritte im Insolvenzverfahren unterrichtet.

Mit der Verfahrenseröffnung beginnt überdies das eigentliche Insolvenzverfahren. Erst jetzt können die Gläubiger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. Dazu werden in den kommenden Wochen sämtliche Gläubiger der betreffenden Gesellschaften vom Insolvenzverwalter angeschrieben.