Kriselnder Fahrradherrsteller:
Insolvente Mifa bekommt Sanierungsexperten zugewiesen

| Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG machten sich auch dank ihres Investors Carsten Maschmeyer einen Namen. Nun sorgt die Mifa auf andere Weise für Schlagzeilen: Die Firma meldet große Verluste – ein Sanierungsexperte soll den Schaden richten.

Frankfurt am Main | Sangerhausen - Den Vorstand kontrollieren, über die Finanzen entscheiden und ein Gutachten zur Fortführung des Unternehmens erstellten: Vor diesen Aufgaben steht nun der Sanierungsexperte Lucas Flöther. Das Amtsgericht Halle setzte den Juristen als Sachwalter der insolventen Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) ein.

Großaktionär bei Mifa ist der frühere AWSpiD-Eigentümer Carsten Maschmeyer. Das Unternehmen hatte am Montag einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor waren Verhandlungen über den Einstieg des indischen Fahrradherstellers Hero Cycles geplatzt.

Die Mifa kämpft ums Überleben: Das Unternehmen meldete massive Verluste, das Eigenkapital war bereits Ende Juni negativ. Die asiatische Billigkonkurrenz macht dem absatzstärksten deutschen Fahrradhersteller seit längerem zu schaffen. Im vergangenen Jahr verbuchte Mifa einen Verlust von 13,2 Millionen Euro. Bisherige Sanierungspläne hatten vorgesehen, dass Anleihegläubiger und Altaktionäre auf einen großen Teil ihrer Ansprüche verzichten und der indische Fahrradhersteller Hero Cycles für 15 Millionen Euro die Mehrheit der Firma erhält.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass Standort und Arbeitsplätze erhalten werden können, "wenn alle Register gezogen werden", wie Haseloff sagte. Zugleich räumte er aber ein: "Es ist ein sehr, sehr schwieriger Prozess."

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) gibt es bereits einen Interessenten. Dieser sei dem Unternehmen bekannt, Einzelheiten könne er aber nicht mitteilen, sagte er. Ein Unternehmenssprecher betonte, die Produktion gehe normal weiter.