Mifa: Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt

| Nach der Rücknahme des Antrags auf Eigenverwaltung hat das Amtsgericht Halle ein Regelinsolvenzverfahren über die Mifa-Bike GmbH eingeleitet. Als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht heute Prof. Dr. Lucas F. Flöther, der zuvor bereits als vorläufiger Sachwalter eingesetzt war. Flöther prüft zurzeit die verbleibenden Optionen zur Sanierung des Geschäftsbetriebs. Unterdessen gibt es erste ermutigende Signale – auch von Großkunden.

Die Mifa-Geschäftsführung hatte gestern den Antrag auf Eigenverwaltung zurückgezogen. Dieser Schritt war nötig geworden, nachdem ein zunächst zugesagtes Massedarlehen überraschenderweise nicht gewährt wurde. Aus diesem Grund können die anstehenden Großaufträge nicht ausgeführt werden, was eine geregelte Fortführung des Geschäftsbetriebs zurzeit unmöglich macht.

Flöther wird nun gemeinsam mit den Geschäftsführern Joachim Voigt-Salus und Matthias Herbold andere Fortführungs-Optionen ausloten. Bereits gestern begann der Mifa-Vertrieb, mit allen Kunden Kontakt aufzunehmen. Diesen wird das Angebot unterbreitet, im Rahmen einer Vorkasse-Lösung die Lieferung von Fahrrädern wieder aufzunehmen. Durch die Vorauszahlungen würde es Mifa ermöglicht, die für die Fertigung benötigten Teile einzukaufen und mittelfristig die Produktion wieder aufzunehmen. Dabei würden die Vorauszahlungen insolvenzsicher auf Treuhandkonten deponiert. Viele, darunter auch größere Kunden haben positiv auf dieses Angebot reagiert.

„Die Lage bei Mifa ist ernst, aber nicht aussichtslos“, betonte Flöther heute am Sitz des Unternehmens in Sangerhausen. „Wenn es uns gelingt, schnell neue Aufträge zu gewinnen, können wir den Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen und zumindest einen Teil der Arbeitnehmer weiterbeschäftigen.“ Überdies sind bis Ende Februar die Löhne und Gehälter der rund 520 Mifa-Arbeitnehmer über das Insolvenzgeld gesichert.

Parallel wird Flöther einen Verkaufsprozess aufsetzen, um über den Verkauf an einen Investor den Geschäftsbetrieb zu sanieren. Erste Kontakte zu Interessenten bestehen bereits. „Dann besteht die Chance, dass Mifa wieder eine Zukunftsperspektive erhält“, ergänzte Flöther.