Mifa-Mitarbeiter können in Transfergesellschaft wechseln

| Im Insolvenzverfahren über die Mifa-Bike GmbH können Entlassungen zum großen Teil vermieden werden: Die 207 Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen müssen, haben das Angebot erhalten, in wenigen Tagen für vier Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Rund 50 weitere Arbeitnehmer haben bereits von sich aus gekündigt. Somit können rund 240 Mifa-Mitarbeiter nach der Insolvenzeröffnung ihren Arbeitsplatz behalten. Dies teilte der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Prof. Dr. Lucas F. Flöther, heute mit. Gestern hatte das Insolvenzgericht Halle das Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet und Flöther als Insolvenzverwalter bestellt.

Ende Februar war das Insolvenzgeld für die rund 520 Beschäftigten des insolventen Fahrradherstellers ausgelaufen. Die Auftragslage gestattet aber nicht die Weiterbeschäftigung aller Arbeitnehmer. „Doch ist es immerhin gelungen, dass 166 Mitarbeiter nach Insolvenzeröffnung nicht entlassen werden müssen“, sagte Flöther heute in Sangerhausen am Sitz des Unternehmens. „Diese wechseln bereits am 4. März in eine Transfergesellschaft, wo sie vier Monate lang bis zu 80 Prozent ihres letzten Lohns erhalten.“ Zudem werden diese Arbeitnehmer in dieser Zeit mit gezielten Qualifikationsmaßnahmen bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen unterstützt. 41 von den 207 Mitarbeitern haben sich entschieden, das Angebot der Transfergesellschaft nicht anzunehmen und müssen das Unternehmen verlassen.

Die Kosten der Transfergesellschaft trägt zu zwei Dritteln die Familie v. Nathusius. „Ich danke der Mifa-Eigentümerfamilie für diesen großzügigen Beitrag, ohne den diese Lösung nicht möglich gewesen wäre“, betonte Flöther. „Dank gebührt auch den Arbeitnehmern und ihren Vertretern, die mit Festigkeit, aber konstruktiv die Interessen der Mitarbeiter vertreten haben und damit zum Zustandekommen der Transfergesellschaft beigetragen haben.“

Inzwischen wurde die Fertigung von Mifa-Fahrrädern weiter verstärkt. Nach dem Abschluss des Umzugs in die neuen Werkshallen und der Wiederaufnahme der Produktion in der vergangenen Woche werden mittlerweile rund 4.000 Fahrräder pro Woche montiert. Nach Eintreffen der bestellten Teile für die vorliegenden Großaufträge bis Mitte März soll die Produktion auf täglich 1.000 Mifa-Fahrräder erhöht werden. Die Abarbeitung dieser Aufträge wird voraussichtlich bis in den Mai hinein dauern. Parallel bemüht sich der Vertrieb um weitere Neuaufträge.

Der Investorenprozess für den Mifa-Geschäftsprozess macht indes weiter Fortschritte. Flöther führt Verhandlungen mit einer Reihe von Interessenten. Die Gespräche sollen nach Möglichkeit noch im Laufe des Frühjahrs zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden, um den Mifa-Geschäftsbetrieb und die verbliebenen Arbeitsplätze langfristig zu sichern.