Neuer Chef Mayer tritt bei der Mifa an

| Beim insolventen Fahrradbauer Mifa gibt es seit Mittwoch einen neuen Chef. Der 56-jährige Handelsexperte Thomas Mayer ist für drei Jahre zum Vorsitzenden des Vorstands berufen worden. Er verantwortet neben dem bisherigen Alleinvorstand Stefan Weniger das operative Geschäft.

Mayer ist unter anderem für die Bereiche Strategie, Vertrieb und Marketing, Finanzen und Controlling sowie die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Seine Hauptaufgabe dürfte es sein, einen neuen Investor für den börsennotierten Traditionshersteller zu finden. Mayer ist Diplom-Kaufmann und verfüge über umfassende Erfahrung als Vorstand und Geschäftsführer international agierender Handels-, Dienstleistungs- und Industrieunternehmen, teilte die Mifa mit. In der Vergangenheit habe er für die Neuausrichtung gesamter Unternehmen gesorgt.
Sachwalter hat das letzte Wort bei den Finanzen
Die Mifa, die als größter Fahrradbauer Deutschlands gilt, hatte am Montag Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, nachdem der Einstieg des indischen Herstellers Hero geplatzt war. Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet, dass der Vorstand weiterhin das operative Geschäft führt, ein Sachwalter aber das letzte Wort bei den Finanzen hat. Das Amtsgericht Halle hat bereits den halleschen Sanierungsexperten Lucas Flöther zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Unterdessen läuft die Produktion im Werk weiter. Die Löhne der rund 600 Beschäftigten bei der Mifa sind durch die Arbeitsagentur für drei Monate gesichert, heißt es.
Am kommenden Montag findet in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Sangerhausen eine Betriebsversammlung statt.