Nicht nur 14 Arbeitsplätze gerettet

| Die Volkssolidarität (VS) Querfurt/Merseburg hat ihren Jugendhilfebereich erweitert. Und damit hat sie nicht nur 14 Arbeitsplätze gerettet sondern auch etwa 40 Jugendlichen aus Halle, vor allem sind das Schulverweigerer, ihre Projekte gesichert, in denen sie bisher betreut worden sind. "Wir sind ja in der Stadt Halle keine Unbekannten", sagt VS-Geschäftsführer Dirk Jürgens. "Seit eineinhalb Jahren betreiben wir in Halle ja schon einen Elternladen. Da hat man uns angesprochen, als die Insolvenz der Jugendwerkstatt Bauhof in den Frankeschen Stiftungen die zahlreichen sozialen Projekte gefährdete", so Jürgens weiter. Da der Querfurter Verein seit vielen Jahren schon im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig ist, fiel die Entscheidung nicht schwer. Die 14 Mitarbeiter, die übernommen werden, seien sehr gut qualifiziert und leisten eine anerkannte Arbeit. "So können wir unseren bestehenden Bereich Kinder- und Jugendhilfe und Hilfe zur Erziehung stärken", ist sich Jürgens sicher. Man werde die Arbeit natürlich am Standort in den Frankeschen Stiftungen in Halle weiterführen, denn dort wohnen und leben ja auch die Jugendlichen, die betreut werden.

René Schmidt ist Verwaltungskoordinator und einer der 14 Jugendwerkstatt Bauhof Mitarbeiter, die künftig bei der VS Querfurt / Merseburg in Lohn und Brot stehen. "Wir kümmern uns in verschiedenen Projekten vor allem um die jungen Leute, die sich weigern, die Schule zu besuchen. Sie können bei uns unter anderem auch den Hauptschulabschluss machen", erzählt er, der sehr froh ist, dass dieses soziale Projekt gerettet werden konnte. Seit Anfang März mussten die insgesamt 56 Angestellten der Einrichtung um ihre Zukunft bangen. Dieser Tage verkündete der bisherige Chef der Jugendwerkstatt, Horst Knoth, dass alle Arbeitsfelder von verschiedenen Trägern der Sozialarbeit übernommen und fortgeführt werden. Zudem habe Insolvenzverwalter Lucas Flöther für 50 Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung aushandeln können. "Sie werden bei den neuen Trägern in ihren Projekten weiterarbeiten. Um die Qualität braucht sich somit niemand Sorgen zu machen", sagte Knoth, der selbst nicht weiterbeschäftigt wird. Neben der VS sind die Johannis GmbH aus Bernburg, der Evangelische Kirchenkreis Halle und das Berufsbildungswerk der Saalestadt neue Träger.

Am 6. März wurde bekannt, dass die Jugendwerkstatt Bauhof Insolvenz anmelden musste. Das Verfahren dazu wurde Anfang April eröffnet. Dass die Sozialeinrichtung, die mehr als 1 000 Kinder, Jugendliche und deren Familien betreut hat, in die Zahlungsunfähigkeit abgerutscht ist, begründete Knoth mit ausgebliebenen Fördermitteln. "Uns fehlen rund 340 000 Euro zur Projektfinanzierung, die bisher nicht gekommen sind."