Unister: Buchungszahlen ziehen wieder an

| Das Geschäft der insolventen Reiseportale der Unister-Gruppe erholt sich. Die Buchungszahlen, die sich bereits Ende vergangener Woche stabilisiert hatten, steigen wieder an. Inzwischen werden die Unister-Portale auch bei einigen Online-Suchmaschinen wieder gelistet.

„Die Trendwende bei den Buchungszahlen ist ein wichtiges Signal – vor allem auch in Richtung potenzieller Investoren“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Prof. Lucas F. Flöther, der den Geschäftsbetrieb der insolventen Gesellschaften fortführt und eine Investorenlösung anstrebt

Die Portale der Unister-Gruppe hatten nach der Insolvenzanmeldung der Unister-Holding vollständig auf Vermittlungsgeschäft umgestellt. Potenziell risikobehaftete direkte Zahlungs- und Vertragsbeziehungen mit Unister-Gesellschaften sind damit ausgeschlossen. „Alle Leistungen, die Kunden seit Insolvenzanmeldung bei Unister-Portalen buchen können, sind sicher“, betonte Flöther. „Wir freuen uns, dass diese Nachricht bei den Kunden offenbar angekommen ist und sie dem Unternehmen wieder Vertrauen schenken.“

Eine wichtige Rolle für die Buchungszahlen spielen Werbeanzeigen bei Internet-Suchmaschinen. Diese Werbeaktivitäten wurden im Zuge der Insolvenz ausgesetzt, sollen aber kurzfristig wieder anlaufen. So sollen bei mehreren gängigen Suchmaschinen Werbeinhalte von Unister-Portalen in den nächsten Tagen  wieder sichtbar werden. „Angesichts der Tatsache, dass wir in der Insolvenz nur sehr eingeschränkt Marketing betreiben können, ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte Flöther.

Unterdessen arbeitet Flöther gemeinsam mit einer spezialisierten M&A-Beratung an einer Investorenlösung für die gesamte oder auch für Teile der Gruppe. Für beide Varianten gibt es eine große Zahl von Interessenten, mit den aussichtsreichsten Kandidaten laufen bereits Gespräche. Darunter sind sowohl strategische als auch Finanzinvestoren. Deren Angebote werden in den kommenden Wochen entgegengenommen und geprüft. Die Entscheidung über den Zuschlag treffen letztlich die Gläubiger. Neben einem möglichst hohen Kaufpreis zugunsten der Insolvenzmasse spielt dabei auch der Erhalt einer größtmöglichen Zahl von Arbeitsplätzen eine wichtige Rolle.