Mifa AG - Sanierungskurs wird fortgesetzt

| Sangerhausen, 8. Oktober 2014 – Das Insolvenzgericht Halle hat die vorläufige Eigenverwaltung über die „MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG“ auf Antrag des gerichtlich eingesetzten Gläubigerausschusses aufgehoben und Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther aus Halle zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Wie Flöther heute bekannt gab, wird er den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortführen. Sein Ziel ist die Sanierung des Geschäftsbetriebs mithilfe eines Investors.  

„Die Insolvenzanmeldung und der Wechsel der Verfahrensart haben keinen Einfluss auf den laufenden Betrieb“, betonte Flöther, Partner der bundesweit tätigen Kanzlei Flöther & Wissing. „Produktion und Verkauf gehen ganz normal weiter.“ Die Löhne und Gehälter der rund 600 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Flöther setzt die bereits begonnenen Bemühungen um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes fort, damit die Löhne und Gehälter ohne große Verzögerung ausgezahlt werden können.

Unmittelbar nach seiner Bestellung hat Flöther, der zuvor bereits als vorläufiger Sachwalter tätig war, Gespräche mit Kunden und Lieferanten aufgenommen, die bereits ihre Unterstützung signalisiert haben.

Zur Sanierung von MIFA wird der vorläufige Insolvenzverwalter den bereits begonnenen strukturierten Investorenprozess mit aller Kraft und in enger Abstimmung mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss vorantreiben. Ziel ist der Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze durch die Übertragung des Geschäftsbetriebs auf einen Investor. „MIFA ist ein im Kern zukunftsfähiges Unternehmen mit wettbewerbsfähigen Produkten“, betonte Flöther. „Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird, MIFA mithilfe eines neuen Partners zu erhalten.“

Flöther ist als sogenannter „starker“ vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Das bedeutet, dass er bereits im vorläufigen Verfahren die Verwaltungs- und Verfügungsmacht über das Unternehmen innehat. Flöther hat jedoch den bisherigen MIFA-Vorstand und erfahrenen Sanierer Stefan Weniger gebeten, im Unternehmen zu bleiben und ihn beim Investorenprozess und der Betriebsfortführung zu unterstützen. Zuvor hatten sich die Mitglieder des Gläubigerausschusses einheitlich gegen das Verfahren in Eigenverwaltung ausgesprochen, um die Investorensuche schnell voranzutreiben und gleichzeitig Kunden und Lieferanten des Unternehmens bei dem Sanierungsprozess möglichst viel Planungssicherheit zu geben.

Die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG hatte am 29. September 2014 Insolvenz angemeldet, nachdem eine angestrebte außergerichtliche Investorenlösung gescheitert war.