Stadtwerke Wanzleben weiter auf Sanierungskurs

| Das zuständige Amtsgericht Magdeburg hat über die Stadtwerke Wanzleben GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Prof. Dr. Lucas F. Flöther, Partner der bundesweit tätigen Kanzlei Flöther & Wissing bestellt. Flöther führt den Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fort und strebt eine Investorenlösung an. Gläubiger, Mitarbeiter und die Stadt Wanzleben unterstützen den eingeschlagenen Sanierungskurs.

„Die Versorgung der Bevölkerung ist weiterhin gesichert; der Geschäftsbetrieb läuft auch im eröffneten Insolvenzverfahren ohne Einschränkung weiter“, so Flöther. „Unser Ziel ist es, die Stadtwerke mit Hilfe eines Investors wieder auf solide Füße zu stellen und möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten.“ Mit der Insolvenzeröffnung endet auch der Insolvenzgeldzeitraum. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter wieder selbst erwirtschaften und auszahlen muss. Dennoch sind auch nach der Insolvenzeröffnung zunächst keine Entlassungen geplant.

Auch die Stadt Wanzleben steht weiter zum Unternehmen und unterstützt die Sanierungsschritte des Insolvenzverwalters: Die Stadt wird daher zum 2. Oktober das Bürgerspaßbad und den Bauhof von den Stadtwerken übernehmen und wieder selbst betreiben. Auch die sieben dort angestellten Mitarbeiter werden von der Stadt übernommen. „Die Unterstützung durch die Stadt ist ein wichtiges Zeichen für alle Beteiligten“, betonte Flöther.

Nachdem der Geschäftsbetrieb stabilisiert und die Fortführung gesichert ist, wird der Schwerpunkt in den nächsten Wochen auf der Investorensuche liegen. Hierzu hat der Insolvenzverwalter einen strukturierten Investorenprozess eingeleitet, bei dem mögliche Investoren gezielt ermittelt und angesprochen werden. „Bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren haben wir erste Gespräche mit mehreren Interessenten geführt“, sagte Flöther. „Diese Gespräche gilt es nun zu intensivieren. Das Interesse zeigt, dass der Betrieb für Investoren attraktiv ist.“ Dabei sei nicht nur ein Verkauf der Stadtwerke möglich, sondern auch die Beteiligung eines Investors im Rahmen eines Insolvenzplans, also einer Art Vergleich mit den Gläubigern.

Das Unternehmen wurde 1991 als Wanzlebener Wärmeversorgungsgesellschaft als reiner Wärmelieferer im Bereich der Fern- und Nahwärme für die Stadt Wanzleben und die Region gegründet. 1996 erfolgte die Umwandlung in Stadtwerke Wanzleben GmbH als hundertprozentige Tochter der Stadt Wanzleben; zeitgleich wurde der Bauhof übernommen. Seit 1997 betreiben die Stadtwerke auch das Spaßbad in Wanzleben. Das Unternehmen verfügt zudem über eine eigene Biogas- und eine Solarthermieanlage. Der Insolvenzantrag der Stadtwerke war aufgrund der eingetretenen Zahlungsunfähigkeit erforderlich geworden. Der Ausfall eines Blockheizkraftwerkes, dessen Reparatur mit Kosten im sechsstelligen Bereich verbunden ist, führte zu niedrigeren Umsätzen und schließlich zu der angespannten Liquiditätssituation.