Übernahme steht bevor

| Süptitz/Neiden – Es gibt endlich positive Signale, was die Zukunft der insolventen Energiepark Süptitz GmbH betrifft. „Wir gehen davon aus, dass wir noch im Frühjahr einen Investor präsentieren können“, gab das Mitarbeiterteam um Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther aus Leipzig diese Woche bekannt. Offenbar steht eine Übernahme kurz bevor.

Es ist in den vergangenen Monaten ziemlich still um die Energiepark Süptitz GmbH geworden. Eine schnelle Klärung aller Probleme gab es leider nicht. Hatten viele Mitarbeiter auf eine rasche Investorenlösung bis zum Sommer oder Herbst gehofft, machte sich inzwischen Ernüchterung breit. Die Mitarbeiterzahl sank drastisch. Von den Geschäftsfeldern- das waren Holzverarbeitung und Holztrocknung, eine Kfz-Werkstatt, eine Rapsölmühle, ein Blockheizkraftwerk, Transport sowie ein Solarpark- blieb nur ein Teil bestehen. Jetzt blickt man in Neiden und Süptitz mit Spannung auf die Verhandlungen mit einem Käufer. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht viel sagen möchten, um die Investoren-Gespräche nicht zu stören“, sagte Christoph Möller, der im Auftrag des Insolvenzverwalters als Sprecher fungiert. „Über die zukünftige Geschäftsstrategie entscheidet der Käufer“, betonte Möller. Keine Antwort erhielt TZ auf die Frage, woher der Interessent kommt und was er genau vorhat. Unklar bleibt auch, wie viele Mitarbeiter einen Job finden könnten.

Wie unsere Zeitung erfuhr, ist die Ölmühle noch weiter in Betrieb. Völlig eingestellt wurde hingegen schon vor längerer Zeit das Transportgeschäft und im Februar die Produktion von Brenn- und Kaminholz. Letzteres hängt auch mit dem Abschluss der Wintersaison zusammen. Der Solarpark ist weiterhin am Netz und liefert Strom. Die Energiepark Süptitz GmbH war Anfang letzten Jahres in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Veränderte Marktbedingungen- beispielsweise für die Ölmühle oder für das Blockheizkraftwerk, das mit Pflanzenöl betrieben wird- galten als Auslöser. Aber auch der Umstand, dass ein Großkunde von Rapsöl aus Polen nicht zahlte. Zu Beginn des Insolvenzverfahrens Ende April/ Anfang Mai zählten die beiden Standorte in Süptitz und Neiden noch über 50 Beschäftigte. Das Areal im Gewerbegebiet Am Österreicher war bislang Vorzeigeobjekt. Zwei große Produktions- und Lagerhallen mit jeweils knapp 4000 Quadratmetern Grundfläche entstanden erst 2009 in Neiden, ebenso ein Sozialgebäude und Außenanlagen. Dazu kamen auf einer Freifläche von rund 100 000 Quadratmetern Dutzende Photovoltaikanlagen.